Moving Matrix

Aus ältesten Kulturen und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wissen wir, dass die Schöpfung ein ewiger zyklischer Prozess ist, der sich aus Energiewirbeln speist und sich in harmonischen Kreisläufen immerwährend erneuert, Verbindungen schafft und Überholtes auflöst.
Die Schöpfungsgeschichten alter Hochkulturen berichten von tanzenden Göttern, aus deren „Tanzmustern“ sich Lebensformen entwickeln, z.B. der „tanzende Shiva“ in Indien.

Mit intuitivem Gespür für die bewegten Lebensenergien und die Kreisläufe der Natur, insbesondere von Tag und Nacht, den Jahreszeiten, Geburt und Tod, waren Menschen zu allen Zeiten bemüht, diese Kräfte im Gebet, in der Gestaltung des Lebensraumes, in der bildenden Kunst und auch im Tanz nachzuvollziehen. Der Ursprung des Tanzes liegt wohl in „religiösen“ Ritualen zu Ehren der Götter und der Schöpfung. Noch im antiken Griechenland war Tanz ein wesentlicher Bestandteil körperlicher und geistiger Erziehung.

In den überlieferten Volkstänzen aller Nationen lassen sich die Ursymbole des Universums, wie Kreuz, Kreis, Gerade, Schlangenlinien, Drei- und Vierecke, Pentagramme u.a. erkennen. Im 20. Jahrundert war es der Ballettmeister Bernhard Wosien (1908-1976), der die Symbolik im Folkloretanz vieler Länder erkannte und daraus die „Meditation des Tanzes“ entwickelte. Aus dem großen Schatz an Formen, Symbolen und Bewegungsmöglichkeiten wurde seither eine reiche Auswahl an wunderschönen und heilsamen Kreis- und Reigentänzen neu kreiert und choreographiert.

Wir können die Urbewegungen der Schöpfung, die „Matrix“, und ihre heilsame Wirkung auf Körper, Geist und Seele im gemeinsamen Tanz erfahren.

 

Jutta Knur
Wiesengrund 10
53819 Neunkirchen-Seelscheid